Wir waren fast zehn Jahre mit einem Iveco 40.10 WM von 1991 unterwegs. Er hat uns auf vielen tollen Reisen begleitet — aber mit der Zeit passte er immer weniger zu der Art, wie wir heute reisen möchten.

Wir besuchen gern Städte, Freunde und Familie, übernachten auf Campingplätzen oder Festivals und schätzen dabei einen gewissen Komfort. Allradantrieb und Differenzialsperren haben wir in acht Jahren nur selten wirklich gebraucht. Gleichzeitig waren Geräuschkulisse, Abgase und Verbrauch des Ivecos zunehmend ein Thema.

Deshalb haben wir ihn 2025 verkauft und uns eine einfache Frage gestellt: Was brauchen wir wirklich für unsere Reisen?

Unsere Anforderungen

- Möglichst kleiner Fußabdruck bei Emissionen, Kosten und Außenwirkung
- Übernachtungen auf Campingplätzen, bei Freunden und Familie oder auf Festivals
- Etwa drei bis vier Tage autark unterwegs sein
- Ein vollwertiges Bett im Innenraum
- Küche mit Wasser und Strom zum Kochen
- Platz für zwei Personen
- Asphaltstraßen und gelegentlich einfache Schotterpisten
- Tagesetappen von etwa 200 bis 300 Kilometern

Die Fahrzeugsuche

Bei der Recherche kamen vor allem elektrische Kleinbusse wie der VW ID. Buzz, der Kia PV5 und der Citroën ë-Spacetourer infrage. Der ID. Buzz lag für uns preislich außerhalb dessen, was wir ausgeben wollten. Der Kia war 2025 noch kaum verfügbar.

Größere elektrische Transporter wie Sprinter oder Crafter waren für uns ebenfalls keine passende Lösung: Entweder war die Reichweite zu gering oder die Varianten mit großem Akku zu teuer.

Am Ende fiel die Wahl auf den Citroën ë-Spacetourer. Die Fahrzeugplattform gibt es seit Jahren auch mit Verbrennungsmotor bei Citroën, Opel, Toyota und Fiat. Die elektrische Variante wird häufig gewerblich eingesetzt, etwa für Shuttle- oder Lieferdienste. Fahrzeuge mit einer zweiten Sitzreihe sind allerdings eher selten.

Pössl hat einige ë-Spacetourer als „e-Vanster“ ausgebaut und ihnen ein Aufstelldach sowie drehbare Vordersitze spendiert. Nach einer ausführlichen Probefahrt haben wir einen solchen e-Vanster bei einem Pössl-Händler in Süddeutschland gekauft.

Abgesehen vom Aufstelldach, den Drehsitzen und einem kleinen Schuhschrank war er jedoch eher ein praktischer Familienbus als ein fertiger Camper. Genau das wollten wir ändern — und zeigen in den nächsten Beiträgen, wie daraus Schritt für Schritt unser eigener, vollwertiger Camper wird.